AKTUELL
Der Koalitionsvertrag und inklusive Bildung (5/2026)
Wir haben uns den Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg von grün-schwarz unter dem Aspekt Inklusion/Bildung/Schule angeschaut und 6 Anmerkungen veröffentlicht:
1.
"Wir haben uns darauf verständigt, in dieser Legislatur keine Schulstrukturdebatte zu führen.
Wir bekennen uns zu einem Schulsystem mit profilierten Schularten... "
Enttäuschend, aber erwartbar:
Alles bleibt, wie es ist.
Sonderschulen for ever.
Inklusives Schulsystem kein Ziel.
UN-BRK: Pustekuchen!"
2.
"Daher bekennen wir uns zum Wahlmodell und wollen das Elternwahlrecht stärken. In diesem Zuge gewährleisten wir die Gleichwertigkeit von Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und Inklusion und stellen jeweils die Ressourcen für qualitätsvolle Bildungsangebote zur Verfügung."
Die UN-BRK kennt kein Wahlrecht, nur ein inklusives Schulsystem.
Gleichwertigkeit gibt es nur auf dem Papier.
Das Doppelsystem verschlingt weiter Millionen.
3.
"Die Aufgaben sind in diesem Bereich groß, nicht zuletzt durch die Zunahme von Schülerinnen und Schülern mit herausforderndem Verhalten und den Anstieg der Schülerzahlen in den SBBZ, insbesondere in den SBBZ mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung (GENT)."
Warum wohl?
Problem: Testungen, Abschulen, Abschieben.
Die Steigerungen sind hausgemacht und stärken allein das Sondersystem.
Auf diesem Auge sind grün/schwarz blind.
4.
"Wir weiten die Zahl der Pädagogischen Assistentinnen und Assistenten aus, insbesondere im Bereich der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)."
What?
Wie war das mit "Gleichwertigkeit"?
Hemmungslos das Sondersystem stärken kann grün/schwarz.
5.
"Wir setzen uns für eine bundesgesetzliche Regelung ein, mit der für die Schulbegleitung Pooling-Strukturen möglich werden."
So bitter.
Das heißt nichts anderes als: Auch BaWü will Bundesrecht ändern, um den individuellen Rechtsanspruch auf Schulbegleitung zu streichen.
Damit würde das BTGH an zentraler Stelle ausgehöhlt. Personenzentrierung ade!
6.
Verpflichtendes letztes Kindergarten-Jahr:
"Im Vorfeld der Einführung werden wir zur Umsetzung einen dialogischen Prozess unter Einbeziehung der Kommunalen Landesverbände, Träger, Praxis und Wissenschaft zu Beginn der Legislatur initiieren, der neben inhaltlichen Aspekten die schulgesetzliche Grundlage und die personellen und finanziellen Rahmen-bedingungen thematisiert."
Sind Kinder mit Behinderung mitgedacht?
Oder fallen sie, wie so oft, hinten runter,
weil "nicht so wichtig"? Wir wollen mitreden!






